21.12.2020

Liebe Schachfreunde, keine Schachabende vor Ort im Kolberbräu, klar, dass auch die Weihnachtsfeier und das damit verbundene Spaß-Turnier ausfallen….Es sind schon viele Einschränkungen, die wir durchleben…Jedoch: Schach boomt in der Pandemie, weltweit, bei Profis und Laien. So sehr, dass es Thema in Presse, Funk und Fernsehen ist. Das liegt an den Online-Spielmöglichkeiten und aktuell auch an der beliebten und erfolgreichen Netflix-Serie „Damengambit“. Dank des Engagements unseres Spielleiters Boris Gnegel , dem ich hier ausdrücklich Lob und Anerkennung aussprechen will, treffen wir uns seit ein paar Wochen jeden Donnerstag in Zoom, sehen und hören uns, während wir gleichzeitig unser Winterturnier austragen. Die von Boris vorgeschlagenen Turnier-Varianten passen perfekt in die Krisenzeit, er wird am Mittwoch wieder gesondert darüber berichten. Der Ligabetrieb auf Zugspitzebene ist ausgesetzt, erst Ende Januar wird entschieden, ob er in modifizierter Form noch aufgenommen werden kann. Heute kam die Einladung zur Kreiseinzelmeisterschaft, die immer Anfang Januar stattfindet, diesmal auch online. Die Ausschreibung findet Ihr/finden Sie im Anhang! Der Vorstand der Schachfreunde Bad Tölz wünscht Euch/Ihnen trotz der schwierigen Zeit ein paar schöne Feiertage und weiter gutes Durchhalten in körperlicher, emotionaler, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht und dass es im Jahr 2021 bald wieder besser werden möge und wir uns wohlbehalten auch wieder am Brett begegnen können. Mit guten Wünschen und herzlichen Grüßen von Peter (Vogt), 1. Vors. der SF

04.09.2020

DOSL 2020 Halbfinale: SC Bad Wimpfen - SF Bad Tölz

 

Die DSOL 2020 ist für die Schachfreunde Bad Tölz zu Ende. Das Bittere dabei ist, dass die Finalteilnahme nur durch einen eindeutigen technischen Fehler (einen sogenannten Mouseslip) zustande kam. Wäre Stefan Linseisen dieses Missgeschick nicht zugestoßen, würden wir nun gegen den SC Fulda um den Pokal der dritten Liga kämpfen.

Trotz allem war der Auftritt der Schachfreunde ein Riesenerfolg. Bei absoluter Leistungsdichte von 32 Mannschaften erwiesen wir uns als eines der vier stärksten Teams. Herausragend spielten dabei Ralf Andrä und Stefan Linseisen, aber auch Peter Vogt, Alfred Ullrich, Oliver Malik und Boris Gnegel gaben alles und trugen so zu diesem erfreulichen Turnierverlauf bei.

Gegen Bad Wimpfen dominierten Stefan Linseisen und Ralf Andrä ihre Gegner deutlich. Oliver Malik hatte es mit dem nachnominierten Internationalen Meister Ulrich Schulze zu tun, der schon in der Bundesliga spielte. Der Tölzer hätte nach einem Riesenpatzer seines Gegners forciert Remis spielen können, nutzte die Chance zur Sensation aber leider nicht. Boris Gnegel spielte an Brett drei gegen einen DWZ stärkeren Spieler mit Schwarz unentschieden. Doch selbst wenn auch er verloren hätte, wären die Schachfreunde weitergekommen, wenn nicht…………

Hinsichtlich der sportlichen Fairness des Gegners, sowohl was die Weigerung betrifft, den eindeutigen technischen Defekt am ersten Brett zu korrigieren, als auch hinsichtlich der Nachnominierung eines Meisters und Bundesligaspielers, der nicht einmal aktives Vereinsmitglied bei Bad Söden ist, wird hier keine Stellung genommen, um nicht den Gesamterfolg zu trüben: WIR können stolz sein!

Brett 1: Eine schöne Partie von Stefan Linseisen, der nach einem beidseitig eigenwilligen Beginn einen groben Fehler seines starken Gegners bestrafte und diesen sowohl positionell als auch materiell an die Wand spielte. Der Tölzer wollte im 24. Zug Dc7 spielen, aber durch einen Mouse- oder Fingerfehler landete die Dame auf d7, wo sie der schwarze Läufer einfach schlagen konnte. Dass das nicht der beabsichtigte Zug war, ist natürlich eindeutig.

Im Verlauf der DSOL 2020 kam das schon öfter vor, und normalerweise gestattete jeweils der Gegner in fairer und sportlicher Manier die Zugrücknahme, selbst wenn er dadurch auf verlorenem Posten war. Da Philipp Huber sich weigerte, den Zug zurücknehmen zu lassen, verlor Stefan einzügig seine gewonnene Parte…

Brett 2: Boris Gnegel spielte gegen seinen Gegner mit 4… Ld6 eine seltene Variante, die er schon oft im Blitzschach ausprobiert hatte. Der Zug 13… g5? läutete eine schwache Phase ein. Danach hatte Bosiljko Jurkic eminenten Druck und hätte einige Male deutlich besser spielen können, wonach die Dämme wohl gebrochen wären. Stattdessen konnte Boris von Leck zu Leck eilen und die Löcher stopfen. In der Schlußstellung hatte seine Stellung zwar noch etwas Schlagseite, doch baldiger Untergang drohte nicht mehr. Angesichts des gewonnenen Mannschaftskampfes bot der Bad Wimpfener Remis.

Brett 3: Ralf Andrä kombinierte heute einmal g6 mit c5 (statt c6), erreichte bald bequemes Spiel und eine bessere Figurenpositionierung. In der Folge verlor Weiß früh einen Bauern. Im Schwerfigurenendspiel erwies sich Ralf als überlegen. Die Gegenwehr erlahmte rasch.

Brett 4: Haarscharf an der Sensation vorbei!

Oliver Malik spielte die Eröffnung sehr solide und beendete seine Entwicklung mit einer absolut ausgeglichenen Stellung gegen den bundesligaerfahrenen IM.

Leider unterschätzte der Tölzer die Macht des schwarzen Minoritätsangriffes und öffnete Schleusen für den Gegner. Er übersah einen Doppelangriff, der einen Bauern kostete. Bald folgte ein zweiter Bauernverlust und die Parte schien gelaufen.

Wer Oliver kennt, weiß aber, dass er nicht aufgibt und auch in aussichtslosen Lagen stets bemüht ist, Komplikationen und taktische Donnerschläge hervorzurufen.

Und wirklich: Ulrich Schulze lief ihm ins Messer! Und leider: er sieht es nicht!

Es ist tragisch, aber auch symptomatisch für den Mannschaftskampf, dass Oliver Malik den Patzer des besten Spielers der Liga nicht bestrafte.

Trotzdem: Kein Grund traurig zu sein: Das ist Sport!

Die Partien des Halbfinals der DSOL 2020 sind hier zu finden.

26.08.2020

DOSL 2020 Viertelfinale: SK Paderborn - SF Bad Tölz

 

Wir haben es geschafft. Gegen vier Jugendbundesligaspieler aus Paderborn setzten sich die Schachfreunde mit 2,5 zu 1,5 durch!

Die Dramaturgie des Mannschaftskampfes kostete wirklich Nerven. Nach Boris Gnegels schnellem Remis als Schwarzspieler gegen das Königsgambit gerieten die Paderborner unter starken Druck, als Ralf Andrä „den Sack zumachte“. Es stand überraschend 1,5 zu 0,5 für Bad Tölz, und auf Brett vier deutete sich ein Remis für Peter Vogt an.

Das Brett eins von Lübeck musste aus dieser Situation heraus unbedingt gewinnen! Der Paderborner stand auch deutlich besser, aber nachdem die Eröffnungsphase für Stefan Linseisen eher enttäuschend verlaufen war, „krallte“ sich der Tölzer in die Stellung ein, was dem Paderborner Unmengen an Zeit kostete.

Als Peter Vogt leider doch verloren hatte, war Niklas Schlangenotto wohl noch immer im „ich muss gewinnen“-Modus und wurde von seinem plötzlich glänzend aufspielen-den Gegner eiskalt ausgekontert!

Brett 1: Stefan Linseisen fand zunächst keinen Zugang zum Spiel, obwohl er ja selbst schon des öfteren zur Nimzowitsch-Eröffnung griff. Niklas Schlangenotto kam mit dem Läuferpaar, der Beherrschung der Zentrallinien und Entwicklungsvorsprung deutlich in Vorteil.

Ein „Selbstläufer“ war die schwarze Stellung allerdings nicht. Vielleicht war es ja nicht nur der Druck gewinnen zu müssen, sondern auch die immer stärkeren Züge Stefans, die Schwarz Zeit und Nerven raubten.

Nach einem Hin und Her mit vielen Ungenauigkeiten gelang es Weiß, seine Festung aufzubauen. Hier hätte Schwarz ins Remis einlenken sollen, doch er schätzte die Lage falsch ein und patzte.

Brett 2: Das interessanteste an dieser Partie ist die Vorgeschichte: In der Vorbereitung auf den möglichen Gegner Moritz Brockhoff fiel Boris Gnegel auf, dass dieser mit Weiß das altehrwürdige Königsgambit anwendet. Boris war erinnerlich, dass Großmeister Matthias Wahls in der Schachzeitung EuropaRochade 12/2019 und 01/2020 eine ausführliche Analyse dieser Eröffnung mit dem provokanten Titel „Königsgambit – Time to say goodbye!“ veröffentlichte. Diesen Artikel verleibte sich Boris vor der Partie und war in der Schlußstellung auch laut Rechner im Vorteil.

Warum dann Remis? Weiß hatte von Anfang an große Verbindungsprobleme, die Zeitmessung hüpfte hin und her und so kamen beide Gegner aus dem Tritt. Als Brockhoff Remis anbot, sah aus der Sicht von Boris die Situation so aus: Brett 1 möglich 0,5 Punkte, Brett 3 möglich ein Punkt, Brett 4 wahrscheinliches Remis. Das könnte für einen Sieg reichen….

Brett 3: Wenn das so weitergeht, bekommt die moderne Eröffnung mit g6 und c6 eine riesige Fangemeinde: Schon der dritte Sieg in diesem Turnier für Ralf Andrä mit diesem Aufbau!

Unser Topscorer erzielte bisher in diesem Turnier 6,5 von 7 möglichen Punkten! Ralfs DWZ-Performance beträgt 2150 Punkte, und er würde sich im Realschach um fünfzig DWZ-Punkte verbessern.

Zwei Faktoren machen meiner Meinung nach in dieser Partie den Unterschied aus: Das tiefe Stellungsgefühl von Ralf Andrä in „seiner“ Eröffnung und sein großer Siegeswille. Sicher sind nicht alle Züge die vom Computer vorgeschlagenen „besten“, aber sie führten Weiß durch materielle Verlockungen auf die Verliererstraße.

Brett 4: Schwarz spielte in der Eröffnung sehr verhalten. Peter Vogt stand mit dem Läufer-paar bald etwas besser, ließ sich aber danach etwas von dem ambitionslosen Spiel des Paderborners anstecken, und so verflachte die Partie schnell zu einem remis-lichen Doppelturmendspiel.

Wie erwähnt wurde deshalb großer Druck auf Paderborns erstes Brett ausgeübt.

Nachdem Peter Vogt seine Türme in der d-Linie verdoppelt hatte, wollte er mit einem Bauernvorstoß im Zentrum die Partie doch noch verschärfen und überzog dabei leider seine Stellung. Ein Bauernverlust nach Tausch einer der Türme war die Folge. Das Endspiel gestaltete sich nun zunehmend schwierig. Nach einem missglückten Turmmanöver wurde der schwarze Freibauer zum Riesen und war nicht mehr aufzuhalten.

Man muss auch sagen, dass Noah Stirnberg nach der zaghaften Eröffnung vorzüglich spielte. Der Computer hatte an keinem seiner Züge etwas auszusetzen.

Die Partien des Viertelfinals der DSOL 2020 sind hier zu finden.

06.08.2020

DOSL 2020 Sechste Runde: SF Bad Tölz – SK Gräfelfing

 

Bis auf Ralf Andrä, der wieder in überzeugender Weise gewann, war bei den Schachfreunden irgendwie „die Luft raus“. Die Gräfelfinger spielten umso besser, und so fiel der Mannschaftskampf klar zu ihren Gunsten aus.

Am Ende verabschiedete sich Boris Gnegel im Namen der Mannschaft bei der DSOL im Livechat von diesem Turnier, denn das Viertelfinale war damit außer Reichweite.

Oder????? Nein!!!!!

Alexey Gitkis von der SG Blau-Weiß Eilenriede wurde Cheating eindeutig nachgewiesen!!!!! (Siehe auch meine Kommentare zur Partie gegen Stefan Linseisen). Konsequenz ist der zweite Platz für die Schachfreunde Bad Tölz!

Wir sind im Viertelfinale!!! Ein großer Erfolg!!

Brett 1: Manche Spieler – und ich nehme mich dabei wirklich nicht aus – haben so ihre Probleme mit dem digitalen Spiel. Manche beflügelt es (in Anbetracht ihrer bisherigen realen DWZ-Stärke) zu schöpferischen Höchstleistungen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt …

Stefan Linseisen versuchte wirklich alles, seinen Eröffnungsfehler wieder gut zu machen. Doch nach einem Trommelfeuer superkorrekter Züge des Gegners, erlahmte die Deckung des Schwarzen und Weiss griff zu.

Brett 2: Boris Gnegel war aufgrund des Heimrechts wieder Wettkampfleiter. Ein Gräfelfinger Spieler schaffte es erst nach 25 Minuten, den Spielraum der Schachfreunde zu betreten, so dass Boris permanent im Onlinechat beschäftigt war und gleich 20 Minuten Bedenkzeit einbüßte. Schlimmer aber war, dass er mental nicht in die Partie kam. Nach einem gedankenlosen Zug verlor er einen Bauern und damit endgültig die Lust an dieser Partie. Leider ließ Boris danach auch die Gegenspielchancen aus, die sich durchaus boten.

Brett 3: Nachdem sich der Gegner in diversen Schachräumen herumtrieb und nur mühsam von Boris Gnegel und dem DSOL-Team eingefangen werden konnte, begann mit 25 Minuten Verspätung endlich auch diese Partie.

Weiß mixt verschiedene Eröffnungsideen zusammen und überrascht Schwarz mit unkonventionellen raumgreifenden Zügen und raschem Königsangriff. So aus dem „sizilianischen Trott" gerissen, übersieht Jürgen Klapper, dass Ralf Andrä zu stürmisch ist, verpasst die Konterchance mit 11… Dc7! und rollt stattdessen den roten Teppich für den Triumph der offensiven Grundeinstellung aus.

Brett 4: Peter Vogt hatte mit Richard Schneider den bekanntesten und stärksten Gräfelfinger als Gegner.

In der Eröffnung wickelte Peter ungünstig ab. Die Strategie, sich mit einem Mehrbauern einfach einmal zu verbarrikadieren, ging leider nicht auf: Die Stellung war zu sehr kompromittiert, der Druck wuchs nahezu nach jedem Zug. Peter musste weitere Schwächungen zulassen, dann brachen die Dämme.

Die Partien der sechsten Runde der DSOL 2020 sind hier zu finden.

30.07.2020

DOSL 2020 Fünfte Runde: SF Bad Tölz – SF Dachau

 

Die gute Nachricht: Wieder gepunktet, diesmal mit Herzschlagfinale! Immer noch: Platz eins.

Aber: Es wird verdammt knapp: Die Verfolger punkten auch und haben ein Spiel weniger. Lassen wir die Partien für sich sprechen…

Brett 1: Stefan Linseisen spielte gegen den bärenstarken Michael Iberl (ELO 2270) frisch von der Leber weg und opferte in der Eröffnung auf Verdacht einen Bauern. Allerdings dämmte Schwarz die Offensivbemühungen des Weißen geschickt ein und erlangte alsbald eine überlegene Stellung.

Nun zeigte Stefan Linseisen wieder einmal, wie zäh er ist und dass man schon sehr genau spielen muss, um ihn niederzuringen. In einem hochkomplizierten Damenendspiel gelang das seinem Gegner nicht. Stefan behielt einen kühlen Kopf und fand immer wieder aktive Riposten, obwohl sich die Zeitreserve zunehmend verknappte.

Am Schluss blieb von der haushohen Überlegenheit nur noch ein kleines Häuflein übrig und Schwarz bot entnervt Remis.

Damit war der Mannschaftspunkt eingefahren.

Brett 2: Die Eröffnung spielte Boris Gnegel ganz passabel und erreichte bald eine sehr aussichtsreiche Stellung. Dann verließen seinem Spiel aber die notwendige Energie und Frische. Nachdem auch der Gegner nach einem Fehler die Chance ausließ, ambitionierter zu spielen, wurden nach dem letzten Gleichmacher-Zug die Hände geschüttelt.

Brett 3: „Hurra!“, rief Weiß, stürmte nach vorne – und lief flugs in die Pranken des schwarzen Panthers. Und, wie bei Katzen so üblich, begann nun ein grausames, hochkreatives Spiel mit dem Opfer….

Wieder ein Sieg der modernen Verteidigung!

Brett 4: Leider gab es für Peter Vogt an Brett vier nichts zu holen: Er ging davon aus, einen geopferten Bauern bald wieder zurückerobern zu können. Die Rechnung ging nicht auf, im Gegenteil: Schwarz nutzte den Raumvorteil am Damenflügel und bald riss eine unwiderstehliche Bauernlawine den Weißen in den Abgrund.

Die Partien der fünften Runde der DSOL 2020 sind hier zu finden.

23.07.2020

DOSL 2020 Vierte Runde: SF Bad Tölz – SG Eilenriede

 

Auch die nominal stärkste Mannschaft der Liga, die SG Weiß-Blau Eilenriede (Stadtteil Hannovers) konnte uns Isarwinkler nicht bezwingen. Zwar setzten sich Alexey Gitkis an Brett eins gegen Stefan Linseisen und Hanno Paetsch an Brett vier gegen Alfred Ullrich klar durch, aber die Tölzer hielten dagegen. Boris Gnegel ließ den Gegner einen vergifteten Bauern verspeisen. Ralf Andrä spielte in der sizilianischen Verteidigung das berüchtigte Morra-Gambit und sein Gegenüber erlag letztlich dem unwiderstehlichen Druck. 2:2 – und damit die Tabellenführung behauptet!

Brett 1: Wäre Stefan Linseisen Rumpelstilzchen, hätte er in dieser Partie wohl etliche Male fest auf den Boden gestampft und mit hochrotem Kopf geschrien: „Das hat Dir der Teufel gesagt!!!“.

Und wahrlich: Ab dem elften Zug spielte sein Gegner trotz hochkomplexer Varianten erstaunlich fehlerfrei und zauberte in kritischen Phasen zudem Züge auf das Brett, die Stefan nicht auf der Rechnung hatte Das großmeisterliche Niveau bestätigt auch die Engine Houdini 6.64 (ELO 3.400), die kaum einen Zug anders gemacht hätte ….

Brett 2: Boris Gnegel spielte die Eröffnung zu zahm und positionell fragwürdig. Sein Gegner war sich seiner guten Stellung wohl gar nicht bewusst, denn er gratulierte nachher zu einer Partie „die die Schwächen der holländischen Verteidigung gnadenlos aufgedeckt hat“. Letztlich verdankt Boris den Sieg einem taktischen Patzer des Gegners.

Punkt bleibt Punkt …

Brett 3: Dass man den Mehrbauern im Morragambit später wieder hergibt, ist gängige Praxis. Allerdings sollte damit auch eine Konsolidierung der Stellung einhergehen. Schwarz behielt hier zwar das Läuferpaar, doch die weißen Springer baten zum Tanz und eroberten das „Wonnefeld“ d5. Damit war die Partie strategisch entschieden.

Brett 4: In der recht ruhigen Eröffnung wechselten sich die Schachpartner zunächst mit schwächeren Zügen ab. Es entstand eine etwas vorteilhaftere Stellung des Weißen. Leider verlor dann Alfred Ullrich vom 15. bis zum 20. Zug den Faden. Nach Figurenverlust war die Partie entschieden. Das Schlussdiagramm zeigt, dass Alfred trotzdem bis zur letzten Patrone kämpfte…

Die Partien der vierten Runde der DSOL 2020 sind hier zu finden.

09.07.2020

DOSL 2020 Dritte Runde: SF Bad Tölz – Kieler SG

 

Aufgrund der massiven technischen Probleme, die in der ersten Woche auftraten, wurde der Spielbetrieb ausgesetzt und die komplette zweite Runde in den August verlegt. Wir haben dann aber spielfrei, weil unser Gegner zurückgezogen hat.

Auch dieser Spieltag ging „lustig“ los: Die Heim-Wettkampfleiter (bei Tölz) Boris Gnegel konnten die Mannschaftskämpfe nicht starten!!! Fieberhaft wurde im Videochat seitens der DSOL-Turnierleitung und den Programmierern getüftelt und gewerkelt.

Boris Gnegel hatte nun die Aufgabe, bis zum Partienstart die Mannschaften „bei Laune“ und vor allem im Turnierraum zu halten, da ein Verlassen evtl. Partieverlust bedeutet hätte. In gut fränkischer Art quatschte er einfach drauflos…

Nun zeigte es sich, dass die Kieler mit Worten eher geizen: Kein Hallo, kein Kommentar, kein Witzchen und auch keine Reaktion, als Ralf Andrä die Kommunikation ankurbeln wollte und nach den Kieler Sprotten fragte, die er seinerzeit so gerne aß……

Auch auf den Brettern waren die Kieler an diesem Tag um Antworten verlegen.

Komplett – wir spielen in Bestbesetzung!

Brett 1: Tja, die Eröffnungsbehandlung……

Manche gute Spieler geben ja dem Gegner einen Bauern vor, Stefan Linseisen ab und an die Stellung. Vielleicht, um das Ganze spannender zu gestalten, vielleicht aber auch, um danach den Spielstärkeunterschied eindrucksvoller zu demonstrieren – wie es in dieser Partie geschah.

Brett 2: Die noch ungewohnte Rolle als Heimwettkampfsleiter parallel mit der eigenen zu spielenden Partie belastete Boris Gnegel nicht sehr, kostete jedoch wieder ca. 15 Minuten Spielzeit. Es entwickelte sich eine komplizierte Partie mit den typischen Motiven des Wolga-Benkö-Gambits.

Die Partie ist beidseitig mit vielen Fehlern und Ungenauigkeiten behaftet, machte jedoch beiden Spielern Spaß, die sich schiedlich-friedlich mit einem Remis trennten.

Brett 3: Die mittleren Bretter in Gambitlaune!

Auch unser „Mercedes SLK“ opferte einen Bauern. Allerdings kannte sich sein Gegner im Morragambit gut aus.

Insgesamt nahm diese Partie trotz des kühnen Anfangs einen eher ruhigen Verlauf. So kommt sie auch gut ohne große tiefergehende Analysen aus – bis auf die Frage, ob Ralf Andrä im 26. Zug nicht doch die Qualität auf e7 nehmen sollte: hier musste schwer gerechnet werden!!!

Es war sehr gut von Ralf, dass er sich hier nicht auf die undurchsichtigen Verwicklungen einließ und stattdessen mit einem Blick auf die anderen Bretter mit diesem Remis unseren Sieg zementierte.

Einfach ein schönes Auto!

Brett 4: Da ich ja immer auch (mindestens) ein Auge und ein Ohr im Spieltags-Videochat hatte, bekam ich mit, dass die DSOL-Leitung ein verstärktes Interesse an Peter Vogts Partie hatte, schon alleine wegen des dubiosen „salomonischen“ Urteils vom ersten Mannschaftskampf. Am Ende waren alle voll des Lobes über seine Leistung.

Stück für Stück verbesserte Peter seine Stellung und nutzte einen taktischen Fehler seines Gegners sofort aus.

Die Partien der dritten Runde der DSOL 2020 sind hier zu finden.

26.06.2020

DOSL 2020 Erste Runde: Lübecker SV- SF Bad Tölz

 

Gegen den mitgliedstarken Lübecker SV, dessen Jugendmannschaft in der Bundesliga spielt, gelang den Schachfreunden ein toller Start, der allerdings durch die Geschehnisse am 3. Brett stark getrübt wurde. Peter Vogt gewann dort durch Zeitüberschreitung, weil sein Gegner nicht mit dem Programm zurechtkam. Laut Regelwerk ist der Spieler selbst dafür verantwortlich und wenn seine Zeit im Offline-Fall abgelaufen ist hat er einfach Pech gehabt. Die DSOL mischte sich unaufgefordert ein und startete die Partie neu, obwohl Peter Vogt korrekterweise annahm, sie gewonnen zu haben und längst mit etwas anderem beschäftigt war. Es gab noch weitere Ungereimtheiten, darunter auch eine verbale Aufgabe des Lübecker Spielers via Chat. Nach dem Mannschaftskampf gab es einen sehr intensiven Emailaustausch zwischen uns und der DSOL. Die Turnierleitung bestand letztlich auf einer Wiederholungspartie, die am 17. Juli stattfindet. Der Mannschaftskampf ist also noch nicht beendet, aber wir haben schon zwei Punkte und damit ein Unentschieden sicher.

Brett 1: Am ersten Brett konnte sich Boris Gnegel kaum auf seine Partie konzentrieren, da er sich fortlaufend im parallel stattfindenden Spieltags-Videochat mit der DSOL befand, um die erheblichen technischen Probleme zu lösen, deren Opfer später ja auch Peter Vogt wurde. Eigentlich wäre das die Aufgabe des Kieler Wettkampfleiters gewesen (der selbst nicht mitspielte), aber der erst fünfzehnjährige war dem nicht gewachsen und kümmerte sich nicht um den Mannschaftskampf. Boris Gnegel verlor dadurch 25 Minuten seiner Bedenkzeit, machte etliche Fehler und verlor durch einen schrecklichen Patzer einzügig die Partie.

Brett 2: Dass Ralf Andrä, wenn er gut drauf ist, fantastisches Schach spielt, ist uns in den letzten Jahren klar geworden. Ich selbst hatte manchmal schon den Gedanken, er habe eine „Schach-Engine“ im Kopf. Was ich nicht wusste ist, dass Ralf in seiner Jugend sogar gegen den legendären Schachweltmeister Robert „Bobby“ Fischer in einer Simultanpartie gewonnen hat! Erfreulicherweise für uns fand am zweiten Brett wieder einmal „ganz großes Kino“ statt. In der Eröffnung demonstrierte Ralf Andrä sein profundes Stellungsgefühl in einer seiner Lieblingsvarianten.

Brett 3: Aufgrund des sehr fairen Einlenkens von Peter Vogt wurde die Partie an Brett drei des ersten Mannschaftskampfes wiederholt. Man merkt Peter Vogts Zügen an, dass er die traumatischen Erlebnisse der letzten Runde - als er den Gegner an die Wand spielte und äußerst unglücklich verlor – noch nicht ganz überwunden hatte. Es fehlt ein bisschen „die Faust auf dem Tisch“. Zudem hätte ja ein Remis zum Mannschaftskampfsieg gereicht – auch das ist (nicht nur im Fußball) – psychologisch gesehen ein Belastungsfaktor. Peters Spiel nach der Eröffnung waren nicht schlecht, doch viel zu passiv. Im Bemühen, korrekte Züge zu machen, gab Peter dem Gegner keine Gelegenheit Fehler zu machen. So kam es, dass der Bauernverlust im 11. Zug letztlich ohne große Gegenwehr zur Niederlage im 52. Zug führte.

Brett 4: Alfred Ullrich wurde sehr kurzfristig um seine Teilnahme gebeten, da der geplante Einsatz von Oliver Malik wegen technischer Probleme nicht möglich war. Er erklärte sich sofort bereit, und schnell wurde noch die erforderliche Software im heimischen Wohnzimmer installiert. Alfred legte los wie die Feuerwehr und gewann nach so kurzer Zeit, dass es einige Nachfragen gab, ob denn das „1:0“ am Bildschirm auch wirklich stimme! Der schnelle Sieg gab den Schachfreunden entscheidenden moralischen Schub und setzte die Gegnermannschaft früh unter Druck. Ludwig Idel ist wohl noch ein Kind. Bis er Mitglied der Jugendbundesliga-Mannschaft wird, scheint es noch ein langer Weg zu sein….

Die Partien der ersten Runde der DSOL 2020 sind hier zu finden.

17.06.2020

Presseinfo von Dr. Peter Vogt nach dem Lockdown

 

Seit Anfang März ist das Schachleben im Spiellokal Kolberbräu coronabedingt erloschen. Die Vereinsmeisterschaft wurde ebenso abgebrochen wie die Kreismeisterschaften. Was letztere betrifft, so gilt der Stand zwei Runden vor Schluss als Endstand. Demnach ist Tabellenführer Bad Tölz wieder in die Zugspitzliga aufgestiegen!! Glückwunsch zum Erfolg!

In der Vereinsmeisterschaft ist Ralf Andrae der Sieger, auch dazu herzlichen Glückwunsch! Zweiter wurde Peter Vogt.

Nun hat Schach in Zeiten der Corona-Pandemie einen Online-Boom erlebt. Der Weltmeister Magnus Carlsen hat es vorgemacht mit dem bis dahin bestdotierten Internet-Turnier „Carlsen Invitational“, das er dann auch noch selbst gewonnen hat. Die Tölzer Schachfreunde waren nicht untätig und haben sich unter Federführung von Boris Gnegel auch als Internetverein konstituiert und statt live vor Ort ihren Vereinsabend ins Internet verlegt. Dort laufen jetzt auf der Plattform „lichess“ jeden Donnerstag spannende Wettkämpfe ab.

Weil zwar der Trainingsbetrieb ab 18.6. wieder unter Auflagen anlaufen darf, Wettkämpfe aber weiter nicht möglich sind und auch nicht absehbar ist, wann wieder live gespielt werden kann, haben sich die Tölzer Schachfreunde auf Initiative von Turnierleiter Boris Gnegel auch für die neue „Deutsche Online Schachliga“ angemeldet und treffen dort auf Mannschaften aus ganz Deutschland(Hamburg, Bremen, u.a.)

Die für Mai geplante Jahreshauptversammlung konnte naturgemäß noch nicht stattfinden und darf nach aktuell geänderten Bestimmungen jetzt nachgeholt werden. Ein Termin wird bald bekanntgegeben, bis dahin bleibt die alte Vorstandschaft unter Vorsitz von Peter Vogt im Amt.

25.02.2018

4,5:3,5 Erfolg gegen den SC Ammersee in der Zugspitzliga

 

In Unterzahl, mit einem Spieler weniger traten die Tölzer Schachfreunde am vergangenen Samstag in Inning beim SC Ammersee zum Mannschaftswettkampf in der 7. Runde der Zugspitzliga an. Von den Stammspielern fehlten Marcus Steiner und Boris Gnegel. Matthias Müller-Welser, am 7. Brett, spielte gegen den amtierenden U14 Beziksmeister und musste schnell feststellen, dass es nicht so einfach wird. Letztendlich musste er nach 19 Zügen die Waffen strecken. Nach einem Fehlgriff seines Gegners konnte Ralf Andrä, am 2. Brett mit 28. … Dg3 ein Mattnetz spinnen. Sein Gegner gab sofort auf. Wayne Nelson, am 4. Brett, einigte sich nach zähem Kampf mit seinem Gegner auf Remis. Am 3. Brett kämpfte Dr. Peter Vogt mit einem Bauern weniger um das Unentschieden, während Stefan Linseisen am 1. Brett mit Mehrbauer im Endspiel den vollen Punkt holen wollte. Ralf Lemke bekam nach anfangs schlechter Stellung Oberhand und konnte ebenfalls einen Bauern erobern. Ihm gelang es im Gegensatz zu Stefan Linseisen nicht, den ganzen Punkt zu holen. Die Partie von Dr. Peter Vogt ging remis zu Ende, so dass der halbe Punkt von Ralf Lemke am 5. Brett zum Mannschaftssieg ausreichte.

04.02.2018

Herbe 2:6 Niederlage gegen den SC Gröbenzell III in der Zugspitzliga

 

Stark ersatzgeschwächt verloren die Tölzer Schachfreunde deutlich mit 2:6 gegen die Gäste aus Gröbenzell. Nach dem Ausfall von Marcus Steiner, Oliver Malik und Boris Gnegel sprangen Christian Kim, Rainer Harms und Andreas Christl ein. Die Tölzer Schachfreunde erwischten einen rabenschwarzen Tag. Lediglich Wayne Nelson erreichte Bestform am 4. Brett und holte den einzigen vollen Punkt. Stefan Linseisen am 1. Brett und Dr. Peter Vogt am 3. Brett spielten remis. An den anderen Bretter fehlte den Tölzer Spielern an diesem Spieltag das Quäntchen Glück.

10.12.2017

Hart erkämpfter Heimsieg gegen die zweite Mannschaft des TuS Fürstenfeldbruck

 

Am 2. Advent empfingen die Tölzer Schachfreunde in der 4. Runde der Zugspitzliga-Saison die 2. Mannschaft des TuS Fürstenfeldbruck. Bad Tölz spielte vollzählig und beinahe in Bestbesetzung. Für Marcus Steiner sprang Dieter Höflich ein. Mit 28. Sd5 anstelle von 28. Sf1 verlor Ralf Lemke am 5. Brett nach überhastetem 30. Lc1 den d-Bauern. Er konnte seine Stellung in den folgenden Zügen noch konsolidieren. Das folgende Remisangebot nahm sein Gegner im 36. Zug an. Den Eröffnungsvorteil, den Dieter Höflich am 8. Brett nach 9. e5 erspielt hatte konnte er leider nicht entscheidend verwerten. Nach dem Damentausch war seine Stellung wieder annähernd ausgeglichen. Nach dem schwachen 29. … Sg5 sah er anschließend den Gewinnweg nicht. Man einigte sich nach ein paar Zügen auf remis. Am 7. Brett übersah Oliver Malik, dass die weiße Dame das Grundreihenmatt auf d1 noch abdeckte. Damit erwies sich das Damenopfer als Figurenverlust. Er gab die Partie sofort auf. An den ersten beiden Brettern gelangen Stefan Linseisen und Ralf Andrä sehenswerte Mattkombinationen. Erst jagte Stefan Linseisen den weißen König mit Dame und Springer über das Brett bis sich der schutzlose weiße König dem Schachmatt nicht mehr entziehen konnte. Am zweiten Brett opferte Ralf Andrä eine Leichtfigur für Linienöffnung, die er anschließend durch eine Bauerngabel wieder eroberte. Nachdem er mit den Schwerfiguren über die h-Linie in das gegnerische Lager eindrang, gab es für den schutzlosen schwarzen König kein entrinnen mehr. Spielstand nachdem 5 Partien entschieden waren: 3:2 für den SF Bad Tölz. Boris Gnegel gelang es in einer umkämpften Partie schließlich den schwachen c-Bauern und anschließend den d-Bauern zu erobern. Mit einem schönen Bauernvorstoß des d-Bauern konnte er die lange weiße Diagonale mit Figurengewinn öffnen. Sein Gegner gab die Partie im Anschluss auf. In den beiden letzten Partien am 4. und 5. Brett ging es jetzt um den Mannschaftssieg. An beiden Brettern war die Situation auf dem Brett unklar. In einem Damenendspiel mit beiderseits vorgerückten Freibauern und unsicherer Königsstellung konnte die Partie bei ungenauem Spiel schnell kippen. Dr. Peter Vogt erkämpfte nach zwischenzeitlich sehr riskanter Stellung (39. Kb4 anstelle 39. Kc2) noch das Remis, dass zum Mannschaftssieg gefehlt hatte. Wayne Nelson, am 5. Brett, konnte das Turmopfer, dass gerechtfertigt war, leider nicht ausnutzen. Nach dem Fall des f-Bauern kippte die Partie zugunsten seines Gegners. Nach zähem Kampf musste er sich im 87. Zug geschlagen geben. Mit dem Mannschaftssieg behaupteten die Tölzer Schachfreunde den 4. Platz hinter dem Punktgleichen SC Wolfratshausen. Der nächste Gegner ist am 21.02.2018 der zweitplatzierte SK Germering.

12.11.2017

Erster Saisonsieg in der Zugspitzliga

 

In der 2. Runde der Zugspitzliga 2017 – 2018 hatten die Tölzer Schachfreunde den TuS Geretsried zu Gast. Der Aufsteiger trat nur mit 7 Spielern an. Das 2. Brett wurde kampflos gewonnen. Die Tölzer waren vollzählig mit 2 Ersatzspielern angetreten. Für Wayne Nelson und Marcus Steiner rückten Dieter Höflich und Andreas Christl in die Mannschaft auf. Oliver Malik, am 6. Brett, gelang der erste Tagessieg. Nachdem er den gegnerischen schwarzen König in der Mitte festhielt setzte er ihn mit einer schönen Kombination Matt. Dr. Peter Vogt, am 4. Brett, konnte nach einem vermeintlichen Läuferopfer durch einen Doppelangriff einen Turm erobern und nutze anschließend die schwache Königstellung aus, indem er seinen Turm auf die dritte Reihe brachte und mit Matt oder Damengewinn drohte. Am 3. Brett nutzte Boris Gnegel im Endspiel die geschwächte Bauernformation am weißen Königsflügel aus und konnte dort mit seinen Springern aktiv werden. Es gelang ihm im Endpiel 2 Bauern zu erobern. Der Gegner gab daraufhin auf. Ralf Lemke, am 5. Brett, verlor in einer Evans-Gambit ähnlichen Partie im fortgeschrittenem Partieverlauf den Faden und sah den rettenden Zug 27. … Dg4, der den Figurenverlust vermieden hätte, nicht mehr. Ein paar Züge später konnte der Gegner mit einer Springergabel die Partie endgültig entscheiden. Dieter Höflich, am 7. Brett mit den schwarz Steinen, konnte in einer verwickelten Partie auf Kosten einer unsicheren Königsstellung Material erobern. Leider übersah er am Ende das entscheidende Damenschach auf g7, das ihm die Partie kostete. Andreas Christl, am 8. Brett, hielt seine Partie lange Zeit ausgeglichen. Im finalen Bauernendspiel hatte sein Gegner den aktiveren König und konnte nach Bauerngewinn die Entscheidung herbeiführen. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Tölzer mit 4:3 vorn und brauchten zum Mannschaftssieg noch einen halben Punkt. Am ersten Brett kämpfte Stefan Linseinsen in aussichtsreicher Stellung mit Dame, Springer und Mehrbauern gegen 2 Türme und einen Läufer. Er konnte den weit vorgeschobenen a-Bauern aber nicht bis auf die letzte Reihe zur Umwandlung bringen. Beide einigten sich in der Folge auf Remis.

11.11.2017

Klarer 4:0 Erfolg der 1. Mannschaft gegen die 2. Mannschaft in der U16 Kreisliga

 

Im vereinsinternen Duell gelang der erstem Mannschaft ein klarer 4:0 Erfolg. Zum Faschingsbeginn machten die Spieler der 2. Mannschaft den Vereinskameraden der ersten Mannschaft zu viele Geschenke. So büßte Luca-Noah Bührle gegen Felix Strobl am 4. Brett zu viel Material ein und hatte dann keine Chance mehr. Kento Schiestl am 3. Brett übersah in aussichtsreicher Stellung den Spieß, den Tobias Strobl kreierte und wurde überraschend Matt gesetzt. Lukas Brandhofer übersah einen Figurengewinn durch Kombination, konnte im Verlauf aber einige Bauern gegen Gregor Schmid erobern, die im Endspiel entscheidend auf und davon liefen. David Schmid am 2. Brett spielte in einigen Situationen noch etwas überhastet, kreierte aber gegen den stark aufspielenden Christoph Pichl einige Chancen. Im entscheidenen Moment tauschte er aber die Damen nicht vorteilsbringend ab. Das materielle Übergewicht, das sich Christoph im Laufe der Partie erkämpfte, konnte er anschließend gewinnbringend umsetzen.

30.09.2017

0:4 Niederlage zum Auftakt der U16 Kreisliga 2017 – 2018

 

Stark ersatzgeschwächt und mit nur 2 Spielern trat die erste Mannschaft zum Auftakt der U16 Kreisliga 2017 – 2018 beim SK Germering II an. Die ersten beiden Bretter gingen kampflos an den Gegner. Am 3. und 4. Brett kämpften Tom Weißer und Luca-Noah Bührle noch um das mögliche Unentschieden gegen die nominell besseren Gegner. Tom Weißer vergaß vor dem Angreifen seinen König mittels einer Rochade in Sicherheit zu bringen. Der Gegner schlug mit den Schwerfiguren durch das Zentrum zurück. Tom musste seine Dame opfern. Mit seinem schutzlosen König in der Mitte hatte er danach keine Chance mehr. Luca-Noah konnte das Spiel trotz kleiner Schwächen (9. … Sa5?!) lange ausgeglichen halten und hatte im Anschluss sogar leichte Offensivvorteile. Mit 17. … L.f2+ tauschte er dann zum Vorteil für den Gegner 2 Leichtfiguren gegen einen Turm und einen Bauern. Der entscheidende Fehler unterlief ihm aber einige Züge später, als er überhastet seinen Sc6 berührte und somit ziehen musste. Um seinen Turm zu retten, der nach dem Springerzug schutzlos geworden wäre, musste er den Springer opfern. Den großen materiellen Nachteil konnte er nicht mehr kompensieren.